
Wohnmobil/Bild AS24
Gebrauchter Wohnmobil: Informationen & Hintergründe
Das Wohnmobil - fahrbares zuhause?
Unter einem Wohnmobil versteht man ein Kraftfahrzeug, welches in seinem Innenausbau derartig gestaltet ist, dass man darin wohnen kann. Zur Standardausrüstung der modernen Wohnmobile gehören Betten, eine Küchenzeile mit Kochplatten, Spülbecken und Kühlschrank sowie neben zahlreichen Schränken, eine Standheizung, eine Sitzgruppe und eine Nasszelle mit Dusche und WC. Fernsehen und Satellitenschüsseln zählen neben Solaranlagen immer häufiger zur Standardausrüstung. Besonders luxuriöse Wohnmobile führen in ihrem Inneren einen Klein-Pkw mit sich. Warmwasserboiler, Kühlschrank, Heizung und Herd laufen über Gas. Allerdings sind die meisten Kühlschränke auch über Strom sowie über die 12-Volt-Batterie zu betreiben.
Als das erste Wohnmobil Deutschlands gilt die "Arche", ein 1934 von Heinrich Hauser auf einem PKW-Chassis selbst gebautes und für den Privatgebrauch genutztes fahrendes "Eigenheim". Nach Kriegsende kam es in den 50er Jahren zu dem ersten in Serie gehenden Wohnmobil, dem VW-Bus der Firma Westfalia, mit aufstellbarem Hubdach. Zahlreiche Verbesserungen folgten. Heute sind neben den kleineren Reisemobilen von vorwiegend VW, Mercedes und Ford immer größere Wohnmobile im Handel, deren Basisfahrzeuge häufig von Fiat, Peugeot oder aber Mercedes sind. Auch andere Hersteller wie Ford, Citroen, Iveco und Opel mischen kräftig mit. Für den Wohnaufbau verantwortlich zeichnen sich renommierte Firmen wie Hymer, Eura, Dethleffs, Bürstner, LMC oder Chausson - um nur einige der wichtigsten zu nennen. Niesmann und Bischof zählen zu den Luxusherstellern in der Wohnmobilbranche.
Neben den Wohnmobilen auf einem Kleintransporter als Basisfahrzeug findet man auch solche auf LKW- und Busbasis, die in erster Linie für Safaritouren und ähnliches benutzt werden. Immer mehr in Mode kommen so genannte Pick-ups, wobei die Wohnkabine - die auf einen entsprechenden PKW aufgesetzt wird - abnehmbar und selbstständig stehend ist.
Unter den gängigen Wohnmobilen findet man häufig Alkovenmobile oder solche mit einem Hubbett. Im ersten Fall handelt es sich um eine Schlafnische, die sich oberhalb der Fahrerkabine befindet. Diese optimale Raumnutzung ist vor allem für Familien mit Kindern geeignet. Unter einem Hubbett versteht man ein über der Fahrerkabine absenkbares Bett, welches entgegen dem ersten Eindruck recht stabil und bequem ist. Ferner unterscheidet man zwischen einem Teil- und einem Vollintegrierten Wohnmobil. Das Teilintegrierte Wohnmobil nutzt das Fahrerhaus als Wohnraum mit, indem es durch Drehen der vorderen Sessel diese zu dem dahinter liegenden Essbereich kombiniert. Um die entsprechende Stehhöhe zu erlangen ist hier entweder ein vollständiger oder aber ein kleinerer Alkoven vonnöten. Beim Vollintegrierten wird der Wohnbereich ohne Fahrerhaus direkt auf das Fahrgestell aufgebaut. Diesem, quasi aus einem Guss entstandenem Wohnmobil fehlt die ansonsten so typische Außenhaut des Fahrerhauses.
In der Regel werden Wohnmobile als Freizeitfahrzeuge genutzt, aber immer mehr Geschäftsreisende gehen dazu über, ein Wohnmobil als Arbeits - und Übernachtungsmöglichkeit zu nutzen. Auch Schausteller wechseln immer häufiger vom Wohnwagen zum Wohnmobil.
Mit dem Wohnmobil lässt es sich nicht nur bequem reisen, auch die Übernachtungsmöglichkeiten sind vielfältiger Art. Nicht nur Campingplätze bieten entsprechende Plätze an, zahlreiche - eigens für Wohnmobile entstandene - Stellplätze in Europa locken in erster Linie solche Wohnmobilisten, die öfters ihren Standort wechseln. Besonders Wohnmobil freundlich ist unser Nachbarland Frankreich, wo man beinahe überall zum kostenlosen Übernachten willkommen ist und wo es zahlreiche Ver- und Entsorgungsstationen gibt.