Sie führen ein Leben am Limit, immer auf der Flucht vor Fotografen und die Gefahr vor Augen. Jobs als Testfahrer bei großen Automobilkonzernen oder Rennställen gelten für viele Männer als der Traumberuf schlechthin. Sie sind international im Einsatz und haben dafür gesorgt, dass die Fahrzeugsicherheit deutlich erhöht werden konnte. Wer sich allerdings ein wenig näher mit den Arbeitsbedingungen der Testfahrer vertraut macht, wird auch die Schattenseiten des Jobs erkennen.

Testfahrer führen praktisch ein Leben im Auto. Sie müssen Tausende von Kilometern zurücklegen, auch unter widrigsten Bedingungen. Eis, Schnee, Sand, Geröll oder nasser Asphalt, jede Herausforderung muss gemeistert werden. Manchmal sind Testfahrer über Tage und Nächte hinweg abseits jeder menschlichen Zivilisation unterwegs. Das liegt unter anderem daran, dass die Automobilindustrie natürlich verhindern will, dass zu früh Fotos von einem neuen Modell auftauchen können. Die als Erlkönige bezeichneten Prototypen sollen zwar unter realen Bedingungen getestet werden, dürfen allerdings keinerlei Aufmerksamkeit erregen. Testfahrer werden deshalb häufig in weit entfernten Ländern oder auf anderen Kontinenten eingesetzt. BMW testet zum Beispiel in Namibia oder Südafrika und Testfahrer müssen bereit sein, ihren Lebensmittelpunkt in die Testländer zu verlagern. Testfahrer sind auf jeden Fall eine ganz besondere Art von Menschen.

Das Autofahren ist für sie mehr als nur ein Beruf, es liegt ihnen im Blut. Sie sind in der Lage, ungewohnte Geräusche innerhalb weniger Minuten zu erkennen und die Ursache zu lokalisieren. Damit sind sie eine der wertvollsten Unterstützungen bei der Automobilentwicklung und Produktion. Ausgerüstet mit Hightech-Computern können sie jede noch so geringfügige Bewegungsabweichung messen und analysieren. Testfahrer werden häufig als Rennfahrer eingesetzt, weil sie die Grenzbereiche der Autos perfekt einschätzen und ausnutzen können.

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